Steve Jobs
ZDF 16.10.2019 / 00:20 Uhr
  • Rolle Schauspieler*in Agentur

  • Regie: Danny Boyle

  • Jahr: 2015

Drei Mal Steve Jobs vor einem großen Auftritt: Kurz vor der Präsentation des jeweils neuesten Apple-Produkts wird ein Blick auf den schillernden Charakter des legendären Steve Jobs geworfen.

Es ist ein "Backstage-Drama", in dem sich der Apple-Gründer 1984, 1988 und 1998 hinter drei verschiedenen Bühnen auf seinen großen Auftritt vorbereitet, unterbrochen von technischen Problemen, Konflikten und den Fragen seiner Tochter, die er lange Zeit nicht anerkennt.

Ein Drama in drei Akten und der Mann hinter dem durchschlagenden Konzept von Apple: 1984 steht Steve Jobs (Michael Fassbender) kurz vor der offiziellen Präsentation des Macintosh, vier Jahre später vor der des NeXT-Computers und 1998 schließlich vor der Enthüllung des berühmten iMac. Jeweils in den letzten Minuten vor dem großen Ereignis spielt sich hinter der Bühne ein Drama ab, das den Apple-Chef in vielen Facetten zeigt.

Unterstützt, gefordert und kritisiert von seiner PR-Frau und Managerin Joanna Hoffman (Kate Winslet), belagert, angefleht und bekämpft von Chrisann Brennan (Katherine Waterston), der Mutter seiner lange nicht anerkannten unehelichen Tochter Lisa, vor allem aber immer wieder konfrontiert mit dem heranwachsenden Mädchen selbst. Lisa, die als Fünfjährige (Makenzie Moss) seine Zuneigung sucht, ihn als Neunjährige (Ripley Sobo) mit ihrer Cleverness beeindruckt und als 19-Jährige (Perla Haney-Jardine) auf ihre eigene Weise endlich ein Teil seines Lebens ist.

Die Männer in diesem Drama sind von Jobs ausgebootete Geister der Vergangenheit - wie der Apple-Mitbegründer Steve Wozniak (Seth Rogan), der geniale Entwickler Andy Hertzfeld (Michael Stuhlbarg) und der zeitweilige Apple-Chef John Sculley (Jeff Daniels), der 1985 den Machtkampf mit Jobs für ein paar Jahre gewonnen hatte.

In ihrer spekulativen Annäherung an den 2011 im Alter von nur 56 Jahren gestorbenen Steve Jobs liefern Drehbuchautor Aaron Sorkin ("Eine Frage der Ehre", "The Social Network") und Regisseur Danny Boyle ("Slumdog Millionär", "Yesterday") auf der Basis der gleichnamigen Biografie von Walter Isaacson das in jeder Beziehung schillernde Porträt eines genialen Marketing-Mannes, der sein Produkt wie eine Weltanschauung verkaufte. In einem wahren Dialog-Gewitter inszeniert der Film seinen Blick hinter die Kulissen als große Oper: kongenial beherrscht von seinem Hauptdarsteller, dem Iren Michael Fassbender ("Hunger", "Inglourious Basterds", "X-Men: Erste Entscheidung"), der in der Rolle des genialen Machtmenschen und Strategen, des hochintelligenten Manipulators und grausamen Egozentrikers wie ein Dirigent die Puppen tanzen lässt - ein Showman durch und durch.

"Es gibt eben zwei Möglichkeiten der Annäherung an schwer fassliche Lichtgestalten. Entweder man holt sie zurück auf den Teppich ihrer menschlichen Schwächen. Oder man überhöht sie zu Legenden. Hier geschieht, mit den Mitteln theatraler Verfremdung, beides auf einmal." (Daniel Kothenschulte, FR)