Tatort: Der rote Schatten
ARD 04.10.2019 / 22:00 Uhr
  • Rolle Schauspieler*in Agentur

  • Regie: Dominik Graf

  • Buch: Raul Grothe und Dominik Graf

  • Musik: Sven Rossenbach und Florian van Volxem

  • Kamera: Hendrik A. Kley und Jakob Beurle

  • Jahr: Deutschland 2017

40 Jahre liegen der Deutsche Herbst und die Todesnacht von Stammheim zurck. Die Folgen dieser traumatischen Zeit beeinflussen den aktuellen Fall der Kommissare Lannert und Bootz. Marianne Heider kam angeblich bei einem Badewannenunfall ums Leben. Ihr Exmann Christoph glaubt jedoch, dass sie von ihrem aktuellen Lebensgefhrten Wilhelm Jordan ermordet wurde. Christoph Heider wird ertappt, als er den Leichnam aus der Friedhofskapelle entfhrt, um ihn im Ausland obduzieren zu lassen. Fr Thorsten Lannert und Sebastian Bootz sollte das gar kein Fall sein - immerhin hat die Staatsanwaltschaft Marianne Heiders Tod bereits als Unfall zu den Akten gelegt - und Oberstaatsanwalt Lutz weist Emilia lvarez ausdrcklich an, den Fall nicht wieder aufzurollen. Doch Thorsten Lannert und Sebastian Bootz finden Heiders Darstellung glaubwrdig genug, um der Sache nachzugehen. Dabei stellen sie fest, dass Wilhelm Jordan in den 70er Jahren als V-Mann fr den Verfassungsschutz gegen die RAF eingesetzt war. Ist das der Grund dafr, dass die Kommissare bei den Ermittlungen stndig auf Widerstand aus Polizeibehrde und Staatsanwaltschaft stoen? Und ist Wilhelm Jordan berhaupt Wilhelm Jordan? Der Mann hat eine erstaunliche hnlichkeit mit einem ehemaligen RAF-Mitglied, das spter mit dem Verfassungsschutz zusammenarbeitete und ausgerechnet ber die Frage Aussagen gemacht, wie die Waffen in den Stammheimer Hochsicherheitstrakt kamen, aus denen die tdlichen Schsse auf Baader und Raspe stammten. Wilhelm Jordan, wer auch immer er sein mag, ist immer wieder wegen diverser Delikte aufgefallen, wurde aber nie bestraft oder auch nur angeklagt. Gemeinsam mit Emilia lvarez beginnen Thorsten Lannert und Sebastian Bootz sich zu fragen, ob der Zeugenschutz selbst den Mord an Marianne Heider umfassen wrde. In der Nacht zum 18. Oktober 1977, nach Befreiung der Lufthansa-Maschine "Landshut" in Mogadischu und der Ermordung des Arbeitgeberprsidenten Hanns-Martin Schleyer, fand der sogenannte Deutsche Herbst seine Zuspitzung in der "Todesnacht von Stammheim", in der Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in ihren Gefngniszellen den Tod fanden und Irmgard Mller sich lebensgefhrlich verletzte. Diese historische Situation, die sich in diesem Herbst zum 40. Mal jhrt, bildet den Hintergrund fr Dominik Grafs Stuttgarter "Tatort: Der rote Schatten". Die langen Schatten jener Nacht und des Kampfs gegen den RAF-Terrorismus reichen in dem Tatort bis in die Gegenwart. Genauso wie die ungeklrten Fragen, die damit verbunden sind, zum Beispiel: Wie kamen die Waffen wirklich in den Hochsicherheitstakt des Stammheimer Gefngnisses? Wie weit reicht der Spielraum fr den Verfassungsschutz? Warum ist es nicht mglich, die Ereignisse in der Nacht zum 18. Oktober zweifelsfrei zu klren? Dominik Graf beschftigt sich in seinem ersten Stuttgarter "Tatort" mit diesen Fragen. Vergangenheit und Gegenwart greifen ineinander. Dafr nutzt Dominik Graf historisches Material, das er virtuos mit nachgedrehten Szenen verschrnkt.